Namensgeberin
Marie Juchacz
1879 wurde Marie
Juchacz in Landsberg an der Warthe
in verarmten Verhältnissen
geboren. Aus Geldmangel verließ
sie mit 14 Jahren die Schule und
arbeitete in verschiedenen Berufen.
Nach einer kurzen
und unglücklichen Ehe ging
Marie Juchacz 1906 nach Berlin,
wo sie politisch aktiv wurde. Sie
nahm u. a. den Kampf für das
Frauenwahlrecht auf. Kurz vor Ende
des Ersten Weltkrieges taten sich
Frauen unterschiedlicher politischer
Richtungen zusammen und forderten
das aktive und passive Wahlrecht
für Frauen, das sie am 19.Januar
1919 erstmals ausüben konnten.
Einen Monat später, am 19.Februar
1919, sprach Marie Juchacz als erste
Frau in einem Deutschen Parlament.
Am 13. Dezember 1919
gründete der Parteivor-stand
der SPD auf Vorschlag Marie Juchacz
eine Sozialdemokratische Wohlfahrtsorganisation,
die Arbeiterwohlfahrt (AWO). Marie
Juchacz wurde deren erste Vorsitzende.
Kurz nach der Machtergreifung
durch die Nationalsozialisten am
30. Januar 1933, wurde die Arbeiterwohlfahrt
verboten, das Vermögen beschlagnahmt
und die führenden Mitglieder
des Verbandes verfolgt. Von der
SA gejagt, von der Gestapo beobachtet,
emigrierte die Bundes-vorsitzende
Marie Juchacz 54jährig im August
1933 ins Saargebiet. 1935 ging Marie
Juchacz ins Elsass und anschließend
nach Südfrankreich. 1941 gelang
es ihr, in die USA auszureisen und
dort ihre Arbeit fortzusetzen. Gegen
Kriegsende um 1945 baute sie eine
"Arbeiterwohlfahrt New York
/ USA" auf. Dort wurde der
Versand von Hilfssendungen nach
Deutschland und zur AWO organisiert.
1949 kehrte Marie Juchacz nach Deutschland
zurück, wo sie für die
Arbeiterwohlfahrt beratend und auch
wieder in der sozialdemokratischen
Frauenbewegung tätig wurde.
Nach ihrer Rückkehr aus den
USA wurde sie Ehrenvorsitzende der
Arbeiterwohlfahrt.
Am 28. Januar 1956
starb Marie Juchacz in Düsseldorf.
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